Mechanische Kugelmethode

Historie

Schon in den frühen 50er Jahren wurde die manuelle Kugelmethode zur visuellen Erfassung erwähnt. Doch es dauerte noch rund 25 Jahre bis diese Methode der Gerinnungserfassung automatisiert werden konnte.

Ende der 70er Jahre automatisierte die Firma Heinrich Amelung GmbH diese Methode mit dem semi-automatischen Kugelcoagulometer "KC10". 
Weltweit 1000fach eingesetzt zählt die mechanische Erfassung durch die Kugel zu den Standardmethoden der Gerinnungsanalyse.
 

Die MERLINmedical GmbH griff 2003 diese Methode auf und begann mit dem heutigen Stand der Hard- und Software, eine komplett neue Gerätegeneration zu entwickeln und zu produzieren..

Messprinzip

Das Herzstück der MC-Koagulometer (MC steht für Merlin Coagulometer) ist der temperierte Messblock. Er enthält Vertiefungen zum Vorwärmen und Inkubieren und -natürlich- die Messstellen in Form von langsam rotierenden Messbechern und steht leicht gekippt. In die Messbecher werden passende Kunststoffküvetten eingesetzt, die mittig mit einem Dorn versehen sind und in die eine Stahlkugel platziert wird. Gegenüber der Kugel im Messblock befindet sich der Auslösesensor, der einen kleinen Permantmagneten enthält. Aufgrund der Küvettenform, der Schwerkraft und der Megnetkraft des Sensors wird die Kugel festgehalten, während die Küvette unter ihr langsam rotiert. Zur Messung wird Plasma (testabhängig zusammen mit einem Reagenz) in die Küvette pipettiert und inkubiert. Nach Ende der Inkubationszeit wird die Gerinnung durch Zupipettieren eines Startreagenzes ausgelöst. Gestartet wird die Messung zeitgleich durch Drücken der Starttaste oder durch das Signal einer automatischen Pipette mit Signalkabel. Die Gerinnung der Probe erfolgt durch Bildung eines Fibrinnetzwerks, wodurch die Viskosität der Plasmaprobe sprunghaft zunimmt. In den entstandenen gelartigen Clot ist die Messkugel eingebettet, so dass sie aus ihrer Position herausgezogen wird und fortan mit der Küvette mitrotiert. Verlässt die Kugel ihre Position, verändert sich das Magnetfeld, was von einem Sensor erkannt wird und die Messung gestoppt wird. Die Geräte zeigen in ihren Displays für die jeweiligen Messplätze die Gerinnungszeit an.

Entsprechend stellt die Gerinnungsmessung mit MC-Geräten eine halbautomatische mechanische Endpunktmethode dar.

Die gängigen Methoden der Gerinnungsanalyse wie PT, aPTT und Fibrinogenbestimmung sind im Testmenü der Geräte vorprogrammiert. Nach erfolgter Kalibration werden die Ergebnisse aus der gemessenen Gerinnungszeit direkt in die entsprechenden Ergebnisse wie INR oder Prozentwert bei PT (Quick) oder g/L  bei der Fibrinogenbestimmung berechnet und im Display angezeigt. Mit der Archivierungssoftware CoagView können die Ergebnisse als Tabelle an einen externen PC übertragen oder auch direkt an einem angeschlossenen Drucker ausgedruckt werden.